JUNIPARK – Finaltag

Heute war ich zum zweiten und zum letzten Mal im JUNIPARK. Es war etwas kühler, kurzzeitig regnete es ein klein wenig und der Himmel war recht wolkenverhangen. Dass der Himmel etwas dunkler war, machte die Aussicht auf die alte Start- und Landebahn vom Aussichtsturm aber um einiges besser.

Zu Beginn streunte ich nur ein wenig auf dem Gelände herum, ich kannte es ja bereits, sprach hier und da mit jemandem (es waren deutlich mehr Leute da als bei meinem ersten Besuch) und schaute mir die kleinen Basteleien aus Pappe, Papier, Klopapierrollen, Tüchern etc. an, die nun im Gerüst hingen. Zudem sind seit meinem letzten Besuch ein paar Bänder mit Texten, die an eine Demonstration erinnern (sollen) und sich um das Thema „wohnen“ drehten.

Allein diese Dekorationen, diese Bänder mit den Slogans machten einem Besucher etwas mehr klar, worum es beim JUNIPARK geht. Die Arena wurde noch mehr zu einem modernen Kunstwerk (obwohl zumindest in England schon Spiegel als moderne Kunst gelten – Ist ein Insider) und war ausdrucksstärker als bei meinem ersten Besuch.

Dann begann der Talk. Es war nunmehr der vierte und er drehte sich um das Tempelhofer Feld, um die Projekte, die dort gemacht wurden, und im Wesentlichen um die Infrastruktur, um die Bebauung des Feldes. Dort hieß es unter anderem, dass die Bebauung theoretisch Vorteile hätte, aber praktisch nicht umsetzbar sei. Zudem fiel ein Satz, der mir in Erinnerung blieb: „Jugendliche haben keine Lobby.“ – Ich werde hier unparteiisch bleiben.

Der Talk zog sich über eine bis zwei Stunden und verlor teilweise leider ein bisschen das Grundthema. Während des Talks ließ ich mich in der Hängematte nieder, genoss den leichten Wind und hörte zu. Zudem dachte ich nach:

Klar könnte man das Tempelhofer Feld mit vielen Wohnungen bebauen, nur wohin mit dem Abwasser? Wie soll man das wegleiten? Wie soll man das verbinden? Zudem würden Neukölln dann mehrere Hektar Parkgelände fehlen. Trotzdem gibt es immer mehr Menschen, die Wohnungen brauchen. Ihr könnt euch eure Meinung da gern selbst bilden.

Irgendwann ging ich zum Nachbarschafts-Kochen. Als Lichtenberger gehöre ich zwar nicht zur unmittelbaren Nachbarschaft, aber ich wollte mich ein wenig nützlich machen.

„Kann ich helfen?“, fragte ich eine Dame dort.

„Klar – geh‘ mal zu dem Herrn da drüben, der macht jetzt irgendwas mit Fleisch.“ – Fleisch klingt immer gut. Ich war einverstanden.

Ich ging also zu dem Mann und wir formten kleine Boulettchen aus dem mit Lauch verfeinerten und gut gewürzten Hackfleisch. Diese kleinen Bouletten sollten möglichst flach sein, damit sie schnell durch sind, weil die Kochplatten aus Stromgründen nicht ganz so gut seien. Ich zerdrückte das Fleisch also, tat es in mundgerechte Häppchen zerteilt (also das Fleisch, nicht ich) in die Pfanne und briet es von beiden Seiten, bis es eine schöne Farbe hatte und sich gut durchgebraten anfühlte.

Es schmeckte übrigens recht rauchig und kräftig. Es war ganz in Ordnung, viele mögen es sicher. Ich fand es wie gesagt okay. Hinter mir und dem Mann, der auch seine Kinder und seine Mutter (ich gehe mal davon aus, es war seine Mutter und damit die Großmutter der Kinder) dabei hatte, wurde an diversen Salaten gewerkelt.

Irgendwann ging der Talk zu Ende und die Open Stage begann. Open Stage bedeutet Offene Bühne. Auf Englisch hört sich doch alles besser an: Vergleichen wir mal Tank mit Panzerkraftwagen. Oder I make big business und Ich verrichte das große Geschäft. Und dasselbe gilt eben für Open Stage und Offene Bühne. Englisch klingt einfach cool (= kühl).

Und das erinnerte mich wieder an meinen vergangenen Schüleraustausch, der eben in England stattfand. Englisch ist – auch aus der Kultur – heute einfach nicht mehr wegzudenken. Englisch ist einfach die verbreitetste Sprache der Welt, nach Fachchinesisch. Was das alles mit Open Stage zu tun hat? Keine Ahnung.

Das Konzept der Open Stage wurde sicherlich schon mehrmals in anderen Beiträgen erwähnt, doch diese sind so zahl- und umfangreich, dass ich diese mittlerweile nicht mehr im Auge habe. Deshalb erkläre ich es nochmal: Open Stage ist etwas, bei dem jeder sich zur Schau stellen kann und etwas zeigt. Einige Leute haben den Cupsong gemacht, andere getanzt (und zwar in fünf Anläufen) oder gerappt. Zwischendurch kamen ein paar Rollschuhtänzer und zeigten ihre Künste.

Das ganze streckte sich über zwei Stunden. Währenddessen war ich zweimal an der Juniversal Bar, wo ich mir einen kleinen Scherz mit den „Barkeeperinnen“ erlaubt habe. Ich habe zuerst gefragt, wie viel das Getränk denn koste, das sei aber sehr teuer für’n Wasser, soviel habe ich doch gar nicht – Und dann habe ich meinen Gutschein auf den Tresen gelegt. War zwar nicht lustig, aber Gott, das Geklapper von den Bechern war mir irgendwann zu viel.

An dieser Stelle sollte eigentlich etwas über Stadtgeister, das Theaterstück, welches heute im JUNIPARK aufgeführt wurde, geschrieben werden, aber um ehrlich zu sein: Um achtzehn Uhr bin ich nach Hause gegangen. Ich war müde, es war ein umfangreiches Wochenende, und ich wollte einfach nur noch den Blogbeitrag verfassen.

Ich verabschiedete mich also von Anne Pfaffenholz und Julia Schreiner, aß noch eine der kleinen Bouletten und trank meine Markenlimonade aus, dann verließ ich den JUNIPARK.

Am Ende bin ich nur zweimal dort gewesen, beim ersten Mal erfreut, aber nicht vollends begeistert, und heute mit… einer inneren Befriedigung. Es schloss ein (sehr, sehr, sehr) kurzes Kapitel ab, und auch wenn es nicht viele Erinnerungen sind, sind sie dafür umso schöner und werden mir umso länger bleiben.

Projekte wie den JUNIPARK wird es hoffentlich öfter geben. Und wer weiß, vielleicht feiert der JUNIPARK selbst irgendwann ein Comeback. Denn im Eingangsbereich hing ein Zettel mit der Aufschrift: „28. Juni 2016 – Eintritt frei. Es begrüßt Sie: Inga!“ – Man darf hoffen.

Ich wäre immer bereit, wieder ein Stadtschreiber zu sein. Und mehr Zeit zu investieren. Denn derzeit ist es bei mir zeitlich recht eng bezüglich meinen schulischen Dingen, meinen anderen Projekten, meinem Berufspraktikum nächstes Jahr und Sachen, über die ich hier und jetzt noch nicht rede.

Es war schön, und ich werde mich gern daran erinnern. Ich bedanke mich bei Julia Schreiner dafür, dass sie sich an mich gewandt hat und mir anbot, hieran teilzunehmen. Das JUNIPARK-Projekt ist wichtig – denn es hilft, sich eine eigene Meinung über das unscheinbar wichtige Thema Wohnen zu bilden.

Es wird ein weiterer Post mit Fotos vom heutigen Tag kommen.

Und nun auf zu neuen Ufern.

-Bent-Erik

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